Phone-Home und das neuste Bild von New Horizons

New Horizons hat seinen Fly-By erfolgreich überstanden. Das Phone-Home-Signal, was die Sonde nach dem erfolgreichen Passieren des Kleinplaneten senden sollte, kam einwandfrei auf der Erde an.

In den wenigen Stunden des Fly-Bys hat New Horizons dabei soviele Bilder gesammelt, dass es noch Monate dauern wird, bis diese schiere Datenmenge komplett übertragen ist. Während diese Zeit wird die Sonde weiter ihren Weg in den Kuipergürtel beschreiten. Da es natürlich nur zu bestimmten Zeiten möglich ist Daten zu empfangen, kann es gut sein, dass mit weiteren Bildern erst am Freitag zu rechnen ist.

Ein Bild, was während der größten Annäherung an Pluto gemacht wurde, wurde aber bereits übertragen und ich möchte es auch nicht vorenthalten. Damit man die Details noch etwas besser sehen kann, habe ich das Bild schnell etwas geschärft. Man sieht auf jeden Fall, dass es sich um eine sehr junge Oberfläche handelt. Erstaunlich finde ich, dass man auf den ersten Blick kaum irgendwelche Einschlagskrater erkennen kann. Aufgrund der äußerst dünnen Atmosphäre sollten sich Krater dort eigentlich sehr lange halten. Nun ja, wir sind gespannt auf weitere Bilder.

 

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New Horizons und der Fly-By an Pluto

FlyBy heißt genau das, was man denkt: Die Sonde New Horizons wird an Pluto vorbeirauschen. Und zwar mit 50.000 km/h. Das ist sogar schon ein Geschwindigkeitsrekord. Auch wenn das viel klingt, wird die Sonde haufenweise hochauflösende Bilder von Plutos Oberfläche schicken. Anschließend wird der „Mond“ Charon an der Reihe sein. Evtl. sehen wir ja auch Styx oder Hydra. Einfach mal abwarten.

Heute wird die Sonde jedenfalls ihre kürzeste Entfernung zu Pluto erreichen. Bilder gibt’s ab nun erst wieder, wenn die heiße Phase vorbei ist. New Horizons wird seine Systeme auf Pluto richten und die Antennen haben dabei keinen guten Kontakt zu Erde. Erst wenn das große Ereignis für New Horizons vorbei ist, wird dann mit der Datenübertragung gestartet. Und diese wird natürlich auch noch eine ganze Weile dauern.

Auch wenn ich hier bisher nichts zu New Horizons aufgrund von Zeitmangel geschrieben habe, will ich zumindest ebenfalls wieder ein paar Bilder hochladen. Ich starte dabei mit den beiden letzten Bildern. Die Großaufnahme wurde dabei aus einer Entfernung von immerhin noch 766.000km gewonnen. Sollten die Aufnahmen klappen, wird es also wirklich enorm detailreiche Bilder geben.

Das größere Bild ist dabei jene Großaufnahme, das andere ist ein Komposit aus zwei Einzelaufnahmen und zeigt das Pluto-Charon-System.

 

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67P/Tschurjumow-Gerassimenko Philae Lander Picture Dump

Wie bereits in meinem vorherigen Beitrag geschrieben ist Rosettas Lander Philae mehr oder minder erfolgreich auf der Oberfläche angekommen. Und nun gibt es auch endlich die ersten Bilder. Ich habe leider momentan nur wenig Zeit, ausführlich darüber zu schreiben, möchte aber trotzdem euch zumindest die Bilder präsentieren können.

Die Bilder habe ich an verschiedenen Stellen im Netz aufgesammelt. Und werde sie ihr als Dump zur Verfügung stellen. Leider ist nich an allen Stellen der exakte Urhebervermerk ersichtlich gewesen, generell gilt jedoch zumindest: Credit: ESA/NASA/CVIA/DLR
Solltet ihr es genauer wissen, kommentiert einfach und ich ergänze entsprechend.

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Philae ist gelandet – vermutlich zweimal

Gelandet ist gut, doppelt gelandet ist besser. Naja, wissen wir noch nicht. Fakt ist, heute gegen 17 Uhr ist der Lander Philae der Raumsonde Rosetta erfolgreich auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko (oder kürzer 67P/C-G) gelandet. Erfolgreich deswegen, da der Lander überhaupt gelandet ist.

Wie Philae nun genau gelandet ist, ist noch unbekannt. Eigentlich sollte es heute gegen 19 Uhr schon ein erstes Bild von der Oberfläche des Kometen geben. Stattdessen gab es eher Zurückhaltung. Gegen 19:30 sollte es dann weitere Informationen geben, dann gegen 20 Uhr – und am Ende kamen spärliche Informationen erst 20:10 Uhr.

Vermutet wird, dass Philae bei der ersten Landung abgeprallt ist und danach noch ein zweites Mal auf den Kometen sank. Der Lander sollte sich mit Harpunen und Schrauben im Boden verankern, jedoch zündeten die Harpunen nicht und so konnte kein fester Kontakt hergestellt werden. Dass Philae aber dann doch wieder auf dem Kometen aufkam, konnte den gefunkten Daten entnommen werden. Die Sensoren an den Landebeinen belegen, dass Kontakt zum Kometen besteht. Der Funkkontakt brach auch immer mal wieder ab, Philae wird sich wohl beim Abprallen gedreht haben. Defekt ist er aber glücklicherweise nicht. Er sendet konstant Daten und bis auf die genannten Probleme soll auch alles andere – den Umständen entsprechend – im grünen Bereich sein.

Nähere Informationen dazu gibt es laut Angaben morgen am 13.11.2014 um 14 Uhr MEZ.
Und wenn der Lander nun doch nicht funktioniert – das Rendezvouz von Philae mit 67P also nicht geglückt ist? Hier möchte ich mich an den Blog von Florian Freistetter halten.
Es war nie das primäre Missionsziel, auf dem Kometen zu landen. Es war ein Bonus. Es wäre schön, wenn es klappt, aber aber nicht so dramatisch, wenn es nicht klappt. Und geklappt hat es ja. Wir haben nun also das erste von Menschenhand gebaute Objekt auf einem Kometen gelandet – andere schaffen es noch nicht einmal mit drei Versuchen ihr Auto in eine Parklücke parallel zur Straße zu parken. Und wenn nun Philae eben keine Experimente durchführen kann, so haben wir immer noch die Raumsonde Rosetta, die den Kometen umkreist und ihn auf seinem weiteren Weg um die Sonne soweit wie möglich beobachten wird. Dies ist auch der Hauptteil der Mission.
Alle Beteiligten haben also ganze Arbeit geleistet, egal was der Lander nun macht. Aus den Augen eines normalen Menschen ist es sowieso nahezu unbegreiflich, wie man soviel Technik Millionen von Kilometer durchs Sonnensystem jagen kann und dann auch noch auf den Punkt einen Kometen trifft. Unsereins hat ja schon Probleme, den Papierkorb in einem Meter Entfernung mit einem Knäuel Papier zu treffen.

Nein. Alles ist Super. Und die bislang gelieferten Bilder sind absolut beeindruckend. Und so schlimm steht es ja nun doch nicht um den Lander. Mit etwas Glück sehen wir ja morgen direkt ein Bild von der Kometenoberfläche. Und Rosetta jedenfalls wird noch weiterhin tolle Bilder liefern. Vorallem wenn sich 67P weiter der Sonne nähert.

Geschichte haben wir auf jeden Fall schon geschrieben. Und zum Abschluss gibt es hier noch die drei aktuellsten Bilder. Zum einen eine Aufnahme der ROLIS-Kamera an der Unterseite von Philae, die den Kometen aus 3km Entfernung beim Landeanflug zeigt und dann noch einmal ein letzter Blick zurück von Philae zu Rosetta.

Landeanflug auf 67P (Credits: ESA/Rosetta/Philae/ROLIS/DLR):

Rosetta beim Landeanflug (Credits: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA):

Rosetta beim Landeanflug (Credits: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA):

Edit 22:31 Uhr: Hier noch eine kleine Zugabe. Das letzte Bild, was vor der Landung gemacht wurde. Schwirrt derzeit aber noch mehr inoffiziell im Netz herum. (Credit: ESA)

Edit 22:36 Uhr: Und noch eins. (Credits: unbekannt)

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Rosetta und 67P/Tschurjumov-Gerasimenko

Am 5. August erreichte die Raumsonde Rosetta den Kometen P67/C-G, oder ebena auch P67/Tschurjumov-Gerasimenko. Im Blog der Raumsonde findet man dazu auch immer relativ zeitnah aktuelle Bilder von Rosettas Navcam oder der größeren Kamera OSIRIS.

Die Bilder liefern erstmals detaillierte Aufnahmen eines Kometen. Zwar besuchten auch schon andere Sonden Kometen wie 1P/Halley oder 9P/Tempel 1 – aber das waren alles nur vorbeiflüge mit Relativgeschwindigkeiten von Teilweise bis zu 70 km/s. So ist also die Raumsonde Rosetta die erste ihrer Art und wird den Kometen 67P/C-G sogar noch auf seinem Weg um die Sonne verfolgen. Ebenfalls ist die Landung eines kleinen Moduls namens Philae im September geplant.

Die Bilder im Blog sind natürlich toll – aber man kann noch etwas mehr Detail herausholen. So stelle ich euch hier die von mir bearbeiteten Versionen in chronologischer Reihefolge zur Verfügung. Die Bilder sind dabei jeweils in doppelter Größe wie das Original und zusätzlich nochmal geschärft um das Maxium an Details zu erreichen.

Credits: NASA/ESA; Creative Commons Lizenz: CC-NC-BY-SA
Meine verarbeiteten Bilder gebe ich ebenfalls unter der Lizenz CC-NC-BY-SA ab.


Update 12.08.2014

Da ich am Wochenende unterwegs war, kommen erst jetzt ein paar neue Bilder (Auswahl). Da der Komet mittlerweile schon sehr groß auf den Aufnahmen ist, habe ich die Bilder allerdings nur noch auf das 1,5-fache vergrößert.

ROSETTA_NAVCAM_20140808_3_1,5_neq

08.08.2014

 

10.08.2014

10.08.2014

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Simulation von Gravitation: Oder warum Planeten rund sind

Man kann die Entstehung von Planeten auch ganz gut mit Würfeln simulieren.
Funktioniert ganz gut. Natürlich sind noch ganz andere Prozesse erforderlich, damit Materie klumpt, aber den Endschritt kann man gut visuell darstellen.
Der erste Schritt zur Bildung von Planeten basiert allerdings nicht auf der Gravitation, sondern durch den Elektromagnetismus. Kleinste Teilchen bekommen durch Reibung eine statische Ladung und ziehen sich dadurch an. Ähnlich wie Staub an einem alten Röhrenfernseher „kleben“ bleibt. Andere Klümpchen werden durch Kondensation von Gasen und anderen Teilchen gebildet. Diese Klümpchen haben eine rauhe Oberfläche, dadurch bleiben andere Teilchen haften. Chemische Bindungen spielen ebenfalls eine Rolle. Ab einer gewissen Größe der so gebildeten Klümpchen übernimmt dann die Gravitation die weiteren Aufgaben. Sie zieht die Klümpchen an und bildet immer größere Klümpchen. Und so geht es eine ganze Zeit lang weiter, bis man von Planetesimalen redet. Das sind dann schon eine Klümpchen mehr, sondern ordentlich große Klumpen. Im Laufe ihrer Entstehung wachsen sie so von einigen Millimetern Durchmesser zu mehreren Kilometern Durchmessern an. Die Gravitation zieht dann das Material fest zusammen und bildet dichte, feste Körper.

Und hier setzt dann meine Animation ein. Letztlich zeigt sie, dass es ziemlich egal ist, welche Form das Ausgangsmaterial hat – am Ende kommt immer die Kugelform dabei heraus, selbst wenn man Würfel nimmt. Natürlich geschieht es nicht so schnell wie in der Animation, sondern das Ganze dauert immer noch viele 100.000 Jahre. Letztlich zieht es aber alle Materie auf einen Punkt. Wo bereits ein Körper ist, kann aber kein zweiter sein. Also ordnen sich alle anderen Körper daneben an, möchten aber möglichst einen geringen Abstand zum Gravitationsmittelpunkt wahren. Es muss also rund werden.

Diese Simulation ist natürlich nicht physikalisch korrekt. Es wurden Maya nParticles benutzt, an die geometrische Objekte mit Kollision gebunden wurden, plus ein wenig Scripting. Aber wie gesagt, es soll auch nur zeigen warum Planeten rund sind.

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Ganz kurz: Was ist die Hintergrundstrahlung?

Der Urknall - (c) NASA/ESA

Der Urknall – (c) NASA/ESA

Urknall. Den kennt wohl mittlerweile jeder. Im Jahre 1927 kam erstmals der belgische Priester Georges Lemaître auf die Idee, das Universum könnte aus einem winzigen Punkt heraus entstanden sein. Das schlussfolgerte er aus der Verteilung der Galaxien und der schon bekanntgewordenen Rotverschiebung. Zwei Jahre später sah auch Hubble diese Rotverschiebung in seinen Beobachtungen. Auch wenn diese Rotverschiebung dem Dopplereffekt zuzuschreiben ist – und letztendlich bedeutet, dass sich diese Objekte alle von uns entfernen – so kam er nicht zu der Schlussfolgerung, dass irgendwann alles viel näher gewesen sein muss.

Georges Lemaître - Urheber unbekannt

Georges Lemaître – Urheber unbekannt

Letztlich, so der heutige Stand der Dinge, war dies aber der Fall. Das Universum entstand aus dem Urknall und seitdem dehnt sich alles aus bzw. fliegt auseinander. Aber was hat das mit der kosmischen Hintergrundstrahlung zu tun? Alles. Noch bevor man diese Strahlung wirklich nachweisen konnte gab es nämlich einige klug Köpfe. Wenn es den Urknall gab, und alles auf einen winzig kleinen Punkt  zusammengepresst war, dann muss dieses klitzekleine Universum sehr dicht gewesen sein. Und eine hohe Dichte bedeutet automatisch auch eine sehr hohe Temperatur. Etwa 0,01 Sekunden nach dem Urknall betrug die Temperatur im frisch geborenen Universum etwa 10.000.000.000 Kelvin, zu diesem Zeitpunkt zerstahlen Elektronen und Positronen. Nach ca. 1 Sekunde war die Temperatur bereits auf etwa 600.000.000 Kelvin abgefallen. Erstmals konnte sich eine Form des Wasserstoffes bilden, und zwar Deuterium. Auch wenn es sehr kurzlebig war. Erst etwa eine Sekunde nach dem Urknall war die Temperatur dann niedrig genug, dass sich „echter“ Wasserstoff bei einer Temperatur von 60.000.000 Kelvin bilden konnte. Doch das war dann zwei Minuten später auch schon wieder vorbei. Allerdings hat diese Zeit gereicht, dass sich all der Wasserstoff bildet, den das Universum zu bieten hat.

Für die nächsten 379.000 Jahre sollte es dann dunkel im Universum bleiben. Das liegt einfach daran, dass das Universum immernoch viel zu heiß war. Die Elektronen schwirrten in einem superheißen Plasma frei herum. Der Wasserstoff kann sie bei diesen Temperaturen nicht an sich binden. Das Licht, bzw. die Photonen können sich nicht frei ausbreiten. Immer wieder treffen sie auf die Elektronen und werden dort gestreut.

Erst nach 379.000 Jahren, so der Stand der heutigen Wissenschaft, war das Universum mit etwa 3000 Kelvin kalt genug geworden, dass der Wasserstoff die Elektronen einfange konnte. Es bildete sich sogenannter neutraler Wasserstoff. Das war die Phase der sogenannten Rekombination. Jetzt kam das Licht ins Universum – auch wenn es noch 10 Millionen Jahre bis zu den ersten Sternen dauert.

Aber hier kommt nun die Hintergrundstrahlung ins Spiel: Jetzt kann sie sich frei ausbreiten. Da das Universum sich natürlich weiterhin ausdehnt, nimmt die Dichte der Strahlung weiterhin ab und dessen Temperatur geht weiterhin runter. Man wusste seinerzeit in der Mitte des 20. Jahrhundert noch nicht ganz genau, wie alt das Universum nun ist, aber man errechnete trotzdem schon, wie hoch die Temperatur dieser Strahlung heute nun ungefähr sein müsste, wenn es einen Urknall gab und sie existiert. Man kam auf ca. 1 bis 10 Kelvin („only a few kelvin“). Im Mittel etwas mehr, als sie tatsächlich ist, aber man beachte diese Meisterleistung: Man beobachtet, dass sich alles von uns entfernt. Schließt darauf zurück, dass alles mal klein war – geht dann einen Schritt weiter und behauptet, dass alles einmal heiß war und man den Rest dieser Strahlung noch heute erkennen müsste – und rechnet dann mal eben für diese Strahlung eine Temperatur von 5 K aus!

Das Problem war damals nur, dass es noch keine Geräte gab, diese Hypothese nachzuweisen. Und ein Großteil dieser Strahlung wird von der Erdatmosphäre abgefangen. Direkt von der Erde aus kann man sie also vielleicht gar nicht messen…

 

Penzias und Wilson vor ihrem Radioteleskop

Penzias und Wilson vor ihrem Radioteleskop – (c) Pearson Education, Inc.

Der Hammer kommt aber nun: Robert Wilson und Arno Penzias arbeiteten bei den Bell Labs. Eigentlich sollten sie über eine Antenne Signale von Radiosatelliten auffangen. Das das Projekt aber eingestellt wurde, durfen sie damit nach Radiosignalen aus dem All suchen. Für diese „Arbeit“ hatten sie die Antenne 1963 extra umgebaut. Man hörte natürlich nur Rauschen. Es kommen ja auch überall Signale her. Diese kann man auch herausfiltern und man hat dann eigentlich nur noch das Signal, was man eigentlich empfangen möchte. Eigentlich. Denn da war immer noch ein Rauschen, wo man nicht wusste wo es her kommt. Denn egal auf welchen Himmelsbereich man die Antenne richtete, das Rauschen war noch da. Man überprüfte akribisch die ganze Anlage, fand aber keinen Fehler. Auf dem Radioteleskop fand sich jede Menge Taubenmist. Selbst den entfernte man – mitsamt der Tauben. Das schwache Rauschen war noch immer da.

Und hier kommt wieder der Zufall ins Spiel: Bei einer astronomischen Konferenz, 1964, erählte Penzias Kollegen von seinen Problemen mit dem Radioteleskop. Zwei Wochen später meldete dieser sich zurück. Denn er hatte von zwei anderen Wissenschaftlern erfahren Robert Dicke und Jim Peebles. Und diese waren jene klugen Köpfe, die sich die Hintergrundstahlung ausdachten und deren Temperatur berechneten. Was wäre also, wenn man nun genau das gefunden hätte? Man nam also Kontakt mit Dicke auf – der schon in der Überlegung war, einen Detektor für seine Hypothese bauen zu lassen. Er konnte darauf verzichten.

Peebles und Dicke haben eine Voraussage gemacht, die vollkommen unabhängig von Penzias und Wilson beobachtet wurden. Ohne voneinander zu wissen – und das sogar in einem phantastisch geringem zeitlichen Abstand!

So in etwa muss die Hintergrundstrahlung für Penzias und Wilson ausgesehen haben - (c) NASA

So in etwa muss die Hintergrundstrahlung für Penzias und Wilson ausgesehen haben – (c) NASA

Aus dem Rauschen von Wilson und Peebles konnte man im Übrigen auf eine Temperatur der Hintergrundstrahlung von 3,5K bis 5K schließen. Das hatte den „Vorteil“, dass das Universum damit gleich noch etwas älter wurde als man zuvor annahm. Das Schöne an dieser Entdeckung war aber eher, dass es DER Beleg für den Urknall ist. Und zu dieser Zeit war die Urknall-Theorie für die meisten eher eine Lachnummer. Man bevorzugte die Steady-State-Theorie. Die Theorie für ein ewig existierendes Universum, was auch Einsteins Meinung zum Universum war. Witziger Weise deuteten aber seine berühmten Formeln auch schon eher auf ein expandierendes Universum mit einem Zeitpfeil hin, das aus einem kleinen Punkt entstand. Aber das war ihm zu wider. Daher baute er in seine Formeln die sogenannte kosmologische Konstante λ (Lambda) ein, womit sein Universum wieder unendlich alt wurde – mal nebenbei erwähnt.

Jetzt hatte die ganze Entdeckung und damit verbundene Theorie nur noch ein Problem: Die entdeckte Strahlung war überall völlig gleichmäßig. Zur damaligen Zeit und von der Erde aus war es nicht möglich, irgendwelche Unterschiede in der Stärke, bzw. Temperatur der Strahlung zu messen. Aber warum wäre das notwendig? Nun, wenn man schon auf die Idee kommt, dass das Universum einen enorm dichten Anfang hat, dann muss es zumindest geringfügige Unterschiede in der Dichte geben. Wenn diese Unterschiede fehlen, könnten wir nicht existieren. Wäre die Dichte überall vollkommen gleich, so könnte die Materie nicht klumpen. Die Dichte muss hin und wieder etwas unterschiedlich sein, denn da zieht es dann im Laufe der Zeit vermehrt den Wasserstoff hin. Die Dichte nimmt dann regional zu, zieht immer mehr Materie an und bildet somit die ersten Sterne und Galaxien. Kurzum: Dichteschwankungen führen zu einer Art Gravitationstöpfen, die die Grundlange für die Strukturbildung im Universum darstellen.

COBE's Bild der Hintergrundstrahlung - (c) NASA

COBE’s Bild der Hintergrundstrahlung – (c) NASA

Man hatte also eine gute Theorie gefunden und kurze Zeit später konnte man die Kernaussage dieser Theorie beobachten – ohne von der Theorie zu wissen. Und sogleich wurde sie von Steady-State-Anhängern und Urknall-Kritikern wieder in Frage gestellt. Das ist auch gut so und richtig. Allerdings fand diese Bahnbrechende Entdeckung immer mehr Anhänger. Die Technik entwickelte sich auch immer weiter. Und endlich im Jahre 1989 startete der Satellit COBE (Cosmic Background Explorer) ins Weltall, nahm von da aus die Hintergrundstrahlung genau ins Visier, und entdeckte was? Richtig. Es gab die benötigten Schwankungen in der Dichte. Die durchschnittliche Temperatur lag bei 2,728 Kelvin mit Schwankungen von gerade mal 0,0001 Kelvin. So gering sie auch sein mag, in den frühen Zeiten hat die daraus resultierende Dichteschwankung ausgereicht, all das entstehen zu lassen was unser Universum heute ausmacht.

Die Aufnahme von WMAP 2008 - (c) NASA

Die Aufnahme von WMAP 2008 – (c) NASA

Im Jahre 2001 starte dann noch eine weitere Sonde, die WMAP weitere Messungen in diese Richtung vornahm und die Hintergrundstrahlung noch genauer feststellte. Bis 2010 sendete diese fleißig ihre Daten und man erhält daraus folgendes Bild, was auch als Bild der Geburt unseres Universums gilt.

 

 

Die Suche geht mit dem Planck-Weltraumteleskop weiter - (c) ESA

Die Suche geht mit dem Planck-Weltraumteleskop weiter – (c) ESA

Mittlerweile hat das Planck-Weltraumteleskop diese Aufnahme übernommen um noch genauere Messungen vorzunehmen. Die Einzelheiten dieser Messungen spielt hier jedoch keine Rolle mehr. Aber alle diese Aufnahmen zeigen eines: Wozu doch die Astronomie imstande ist. Wohl kaum ein astronomischer oder astrophysischer Gegenstand zeigt es besser, dass unsere Forschung auf dem richtigen Weg ist. Vorallem wenn aus purem Zufall eines ausgeklügelte Annahme kurze Zeit später beobachtet werden kann – obwohl man dies nicht im geringsten vor hatte.

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Mond, erstes Viertel am 03.05.2014

Es wird mal wieder Zeit für ein echtes Bild vom Mond. Und diesmal ist es das knappe erste Viertel – oder genauer gesagt eine Phase von 0,21 – oder ca. 21% Beleuchtung.
Diesmal war der Aufbau für die Aufnahme aber ein klein wenig anders. Zusätzlich zum üblichen Setup meines ICS Galaxy Dobson D10-K-MCF (Öffnung 250mm und 1250mm Brennweite) und der Philips SPC 900NC direkt im Okularauszug (fokal) kam ein Astronomik ProPlanet 742 nm IR Passfilter. Dieser blockt das Licht im sichtbaren Bereich und lässt hauptsächlich das infrarote Licht ab ca. 740 nm durch. Im Infrarotbereich hat man in der Regel besseres Seeing, sprich: weniger Luftunruhe. Im Gegensatz zum menschlichen Auge sind CMOS und CCD Kameras ja auch für diesen Bereich empfindlich genug. Bei normalen Kameras kommt allerdings ein IR-Sperrfilter zum Einsatz (oder ein entsprechender Tiefpassfilter) – denn das Bild soll ja möglichst der mit dem Auge empfundenen Wirklichkeit nahe kommen.
Auch habe ich die Philips nun endlich aus ihrem originalen Gehäuse entfernt und in ein selbstgebautes Gehäuse gepackt. Nun liegt der Chip wirklich horizontal auf der optischen Achse und ist auch etwas näher an den OAZ gerutscht.

Das veränderte Setup merkte ich deutlich – trotz der schon relativ geringen Höhe des Mondes von knapp unter 20 Grad wies das Bild nur geringes Wabern auf. In dieser Höhe muss das Licht schon durch relativ viel Luft der Atmosphäre, was sonst zu erheblichen Störungen und Unschärfe führt. Bei den letzteren Videosequenzen machte sich das dann auch doch bemerkbar und das Bild wurde unschärfer. Zu dieser Zeit hatte der Mond aber auch schon wieder ein gutes Stück an höhe verloren und glänzte auch nicht mehr in einem hellen Farbton, sondern verfärbte sich schon leicht ins gelb-orangene.

Der Vorteil von einem Viertelmond ist aber glücklicherweise der, dass man zum einen nicht so viele Aufnahmen machen muss, wo der Mond durchs Bild zieht – man muss vorallem nicht so viele Aufnahmen ausrichten und stacken. Letztendlich benötigte ich nur sieben Einzelbilder (die nach dem Stacking in AviStack herauskamen) um mein komplettes Mosaik zu erstellen. Die Bilder wanderten vorher noch durch Fitswork zum Schärfen mit Deconvolution (Entfalten) und hatten dann eine schöne Schärfe. Und schon nach verhältnismäßig kurzer Bearbeitungszeit hatte ich dann mein fertiges Mond-Mosaik mit schön schattierten Kratern im Penumbra-Bereich.

 

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Der Mond in 3D

Den mond dreidimensional darzustellen ist nichts Neues. Aber dennoch werde ich mich mit diesem Thema auch einmal auseinandersetzen. Ziel ist es hierbei vor allem, die bekanntesten Mondkrater zu visualisieren. Zwar sind die meisten Krater auf unzähligen Mondaufnahmen zu sehen, aber wenn man keine Draufsicht haben möchte, sondern eine Ansicht von der Seite, dann wird es schon schwieriger. Von Tycho oder Kopernikus mag man ja noch relativ schnell Seitenansichten finden, aber war nach Kratern wie Cassini, Clavius oder nach einigen Mare oder z.B. dem Mons Pitons sucht, wird es schon wesentlich schwerer haben.

Um dies zu bewerkstelligen, habe ich mir mehrere Mondkartographien herausgesucht. Auf den ersten Blick scheinen vorallem Karten von Clementine oder dem Lunar Reconnaissance Orbiter sehr gut geeignet zu sein. Aus diesem Grund werde ich auch vorerst bei diesen Aufnahmen bleiben. Für die Farbe habe ich mich letztendlich zu einer Kombination der Clementine UUVIS Basemap Karten entschieden. Dort gibt es eine kleine Version mit natürlichen Farben und eine große Version in schwarz/weiß. Die große Version hat dabei eine Auflösung von 128 Grad/Pixel, was eine Gesamttexturgröße von ca. 46.000×23.000 Pixeln ergibt. Damit lässt sich schon viel darstellen. Das wichtigste ist dabei aber immer noch die Höhenkarte, kurz DEM oder Digital Elevation Model. Hier verwende ich die LRO LOLA Aufnahmen – Lunar Reconnaissance Orbiter – Lunar Orbiter Laser Altimeter. Die Aufnahmen habe ich hier bisher in einer Auflösung von bis zu 303 Pixel/Grad gefunden, was einer Karte mit einer Breite von mehr als 108.000 Pixeln entspricht. Auch von anderen Orbitern habe ich schon Aufnahmen gefunden, sogar mit bis zu 1024 Pixeln pro Grad – aber diese werde ich vorher nicht verwenden.

Erste Tests mit einer Auflösung von lediglich 64 Pixeln pro Grad (also 23.040×11.520 Pixel) zeigen auch schon enorm viele Details. Diese hatte ich aber noch mit der Clementine Basemap V2 in schwarz/weiß gerendert. Leider fehlen auf den Aufnahmen einige Bereiche. So gibt es hier Regionen, auf denen die Aufnahme komplett schwarz ist. Aber das sah auch so schon sehr gut aus.

 

Letzten Endes erreicht man aber nur dann den kompletten Flair, wenn man auch genug Farbe in Spiel bringt. Ich habe mir also die Basemap V2 genommen und mit der natural color Basemap diese eingefärbt. Außerdem habe ich auch schon begonnen, die schwarzen Bereiche zu entfernen und Farbfehler in der natural color Version zu korrigieren. Wenn ich damit soweit fertig bin, werde ich diese hier wohl auch zum Download anbieten, wenn auch aus Gründen der Dateigröße wohl vorerst nur mit 64 Pixel pro Grad. Der Mond mit dieser Textur sieht dann aus, wie auf dem Bild am Anfang dieses Posts zu sehen. Man kann auch gut damit spielen und überhöht die Struktur um das 10-Fache. Das sieht dann aus wie auf dem Bild neben diesem Absatz.

Soviel erst einmal dazu. Weitere Bilder werden folgen.

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Teotihuacán, Mexiko – Teil 1/2

Diesmal geht es nicht um Astronomie. Diesmal geht es um eine der bedeutendsten Ruinenstädte der Welt, nämlich um Teotihuacán, was übersetzt soviel heiße wie „Wo man zu einem Gott wird“. Andere Quellen sprechen auch von „den Wagen aus der Galaxie“ [Link]. Damit wären wir zwar wieder beim Thema, aber wir lassen das mal außen vor. Ich möchte mich hier nur auf die überwiegende Ansicht konzentrieren – und nicht alle Quellen nach möglichen Verbindungen durchsuchen.
Alle Bilder stammen von mir. Am Ende der Blog-Serie wird es noch einmal eine Galerie mit allen Fotos geben, da ich aus Gründen der Übersicht hier nur eine gewisse Zahl verwenden kann.

Ciudadela und Quetzalcoatl

Fakt jedenfalls ist, wenn man das Gelände betritt, landet man zuerst auf einem großen Platz namens Ciudadela. Umgeben ist er von Mauern, die die Sicht auf das innere zum größten Teil verhindern. Da die Mauern eine Länge von ca. 400 Metern haben, bietet er sehr vielen Menschen Platz. Einige rituelle Handlungen könnten hier also durchaus durchgeführt worden sein.

Neben Wohnanlagen ist aber das wohl auffallendste Merkmal der relativ große Tempel in der Mitte. Die Verziehrungen und Köpfe an der Pyramide lassen erkennen, dass diese dem Gott Quetzalcoatl gewidmet war. Betrachtet man sich nun einige Bilderhandschriften der Azteken, so war Quetzalcoatl am Himmel vermutlich als der Planet Venus symbolisiert. Das geht daraus hervor, dass die Mauern um die Pyramide in der teotihuacanischen Maßeinheit gemessen wurden, so kommt man auf eine Länge von ca. 484 Einheiten. Das entspricht in etwa der Anzahl an Tagen die vergehen bis Venus als Morgen- oder Abendstern zu sehen ist. Ich könnte hier auch weiterspinnen und sagen, es entspricht etwa der Anzahl an Jahren zwischen zwei Venutstransit-Zyklen (486 Jahre). Aber dann rutschen wir wirklich zu weit ab.

Der bekannteste Kopf an der Pyramide von Quetzalcoatl ist vermutlich die gefiederte Schlange, die auch eindeutig im zugeordnet wird. Es sind noch andere Köpfe zu sehen, aber diese können noch nicht eindeutige zugeordnet werden.

 Die Straße der Toten

Der gesamte Komplex ist über die sogenannte Straße der Toten (miccaolti) zu erreichen. Diese beginnt noch weit vor der Cidudadela am Berg Cerro Gordo (wo ein Tempel gebaut war) und läuft von dort vorbei an der Sonnenpyramide bis hin zur Mondpyramide.
An der Seite befinden sich zahlreiche Wohngebäude, die aber kaum noch erhalten sind. Es lässt sich jedoch aus der Bauart schließen, dass es sich hier um Domizile der wohlhabenderen Schicht gehandelt haben muss. Der Blick die Straße entlang ist dabei nicht durchgängig. Der Weg führt dabei über mehrere (insgesamt sechs) Treppendämme – und von Quetzalcoatls Tempel bis zur Mondpyramide muss man dabei annähernd zwei stolze Kilometer zurücklegen.

Auch findet man teilweise in überdachten Bereichen noch Zeichnungen an den Wänden. An anderen Bereichen wurden sie durch Wetter und Erosion leider weggespült.
Das hier gezeigte Bild wurde bei archäologischen Ausgrabungen 1963 entdeckt. Das Gebäude zählt dabei zum Teil des Puma Komplexes. Solche Abbildungen fanden sich vorallem an der schräg abfallenden Seite von Gebäuden. Auf dem Foto sieht man Teile einer Wildkatze, vermutlich ein Puma, mit weit geöffnetem Maul und großen Krallen. Der rot, weiß und grün gestreifte Hintergrund soll dabei eine aquatische Atmosphäre erzeugen, die Kreise am Rand stellen wertvolle Steine, „chalchihuites“ dar.

 

Im zweiten Teil wird es dann um die Sonnen- sowie Mondpyramide gehen.

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